Die Leber und ihre Probleme, sowie Behandlung bei Vögeln

Die Leber stellt neben der Niere das wichtigste Stoffwechselorgan des Vogels dar, welche u.a. für den Abbau und die Elimination von Arzneimitteln und Giftstoffen im Organismus verantwortlich ist.

Die Entgiftung von Fremdstoffen in der Leber wird durch die Aktivität zahlreicher Enzyme in den Hepatozyten (Leberzellen) erreicht.

Eine dauerhaft hohe Belastung der Leber durch falsches Futter, Medikamente oder andere exogene Substanzen kann durch die Bildung von toxischen Stoffwechselprodukten zur Schädigung oder schlimmstenfalls zum Absterben der Hepatozyten führen.

Das Spektrum der durch Arzneimittel induzierten Schädigungen der Leber kann dabei von erhöhten Leberenzymwerten bis hin zum akuten Leberversagen reichen.

Eine chronische Schädigung, z.B. durch verdorbenes oder falsches Futter, kann zu einem Verlust an funktionsfähigem Lebergewebe und einem bindegewebigen Umbau bis hin zu einer Leberzirrhose führen.

Alle die beschriebenen Veränderungen können sich auch infolge einer Erkrankung wie etwa Kokzidiose einstellen.

Das Organ Leber besitzt eine hohe Regenerationsfähigkeit.

Leberfunktionsstörungen äußern sich u. a. in einer nachlassenden Leistungsfähigkeit und in einer verminderten Leistungsreserve.

Apathie, struppiges aber intaktes Gefieder, Atemprobleme aufgrund einer vergrösserten Leber  die auf die Organe drückt, sowie Ballengeschwüre, können auf einen Leberschaden hinweisen.

Leberschäden treten häufig aufgrund folgender Punkte auf:

1.  Falsche Ernährung. (Zu fettreich, zu gehaltvoll, oder Mangelernährung.)
2. Kokzidien
3. Milben. (Durch die giftigen Ausscheidungen der Milben im Vogel, oder saugen am Vogel, wird der Stoffwechsel aufs  Höchste belastet.)
4. Nach einer medikamentösen Behandlung z.B. Antibiotika über 10 Tage lang oder diverser Antiparasitika
5. Vergiftungen. ( Verdorbenes Futter, schlechte Hygienebedingungen)

6. Tumorbildung

7. Ueberbelastung. (Bei in der Zucht extrem forcierten Weibchen ist es möglich, dass sich die Leber, da der Stoffwechsel am Anschlag ist, vergrössern kann.

 

Wie erkennt man einen Leberschaden:

Im Gegensatz zu Sittichen und Tauben, lässt sich bei Finkenvögeln eine vergrösserte Leber leicht erkennen.

Die Leber sitzt wie beim Menschen auch beim Vogel unter dem rechten Rippenbogen und ist als schmaler Streifen von etwa 1mm zu erkennen.

Ist der "Leberstreifen" etwa 5mm gross, hat sich die Lebergrösse bereits verdoppelt.

 

Die Leber auf dem Bild ist nicht mehr als schmaler Streifen sichtbar, sondern stark vergrössert. (Dunkler Fleck unter dem Rippenbogen)

Der Vogel hat einen Leberschaden.

Auch hier leidet der Vogel an einem Leberschaden. (Die Därme sind auch durch einen Infekt betroffen)

Eine gesunde Leber wäre auch hier wiederum nur als schmaler Streifen erkennbar.

Ansicht eines Feenastrilden:

Der Vogel ist etwas zu dick.

Die Leber ist lediglich als schmaler sehr heller Streifen fast nicht erkennbar.

Die Leber ist in Ordnung.

Unterstützende Massnahmen für die Leberregeneration

Da bei einer vergrösserten Leber diverse Ursachen zum Tragen kommen können, ist es wichtig, dass Befinden des Vogels, mögliches Krankheitsbild und somit möglichen Ursachen abzugrenzen:

Ist die Haltung in Ordnung und der Art entsprechend?( Fütterung, Trinkwasser, Hygiene)

Ist vielleicht gar eine Hypervitaminose die Ursache? (Ein zu viel an Vitamin A z.B. schädigt auch die Leber)

Ist ein Parasitenbefall, Bakterien oder Virusbefall die mögliche Ursache?

Ist die Lagerung der Futtermittel in Ordnung? (Schimmel, verdorbenes Futter etc.)

 

Bei einem Krankheitsverdacht sollte umgehend ein vogelkundiger Tierarzt  konsultiert werden.

 

Bei Haltungsfehlern, sollten die Ursachen umgehend korrigiert werden.

Folgende Massnahmen sind neben einer guten Hygiene, artgerechten Ernährung und somit passenden Versorgung mit Vitaminen, Mineralien und essentiellen Aminösäuren, für eine Leberregeneration unterstützend:

 

1.Vitamin B Komplex.: In halber Dosierung gemäss Packungsbeilage können diese wasserlöslichen Vitamine 3 Monate täglich ohne Probleme verabreicht werden.

B- Vitamine wirken Leberunterstützend.

 

2. geraffelte Karotten: Karotten sind reich an Vitalstoffen, sind eine leberschonende Ernährung und regulieren die Verdauung.

Oft sind sie in der Lage Ernährungsdefizite auszugleichen

Sie wirken gut gegen Durchfall und haben eine stopfende Wirkung. (Vogelkot wird kompakt und sieht sauber aus)

(Ich biete die Karotten in einer separaten Schale, vermischt mit etwas Körnerfutter und /oder wenig Eifutter an, Welches nicht zu reichhaltig und vor allem nicht zu Fett sein darf.

 

3. Mariendistelextrakt/ Wirkstoff Silymarin: Sylimarin gilt als Antidot betreffend leberschädlichen Substanzen und wird beim Menschen neben diversen Leberproblemen, hochdosiert bei einer Knollenblätterpilzvergiftung verabreicht.

Sylimarin ist ein Leberschutzpräparat welches die gesunden Leberzellen schützt und die kranken Leberzellen regeneriert.

Es wirkt ausserdem aktiv gegen Leberentzündungen.

Der Wirkstoff ist einer der besten erforschten pflanzlichen Substanzen überhaupt!

Im Handel werden oft Mariendistelsamen oder Pulver angeboten die aber nicht wirklich optimal für die Regeneration einer  bereits kranken Leber taugen.

(Mariendistelsamen sind hart und fettreich, dass Pulver bitter, wobei die reine Wirkstoffmenge darin klein ist .)

 

Eine Lösung hierfür ist das Präparat Legalon forte

 

 

 

Die Kapseln können ohne Probleme auseinandergenommen werden.

Da das darin enthaltene Pulver schlecht wasserlöslich ist, wird das Pulver am besten mit dem Trinkwasser in einem Schüttelbecher durchmischt.

(Bei jedem neuen Auffüllen einer Vogeltränke, sollte die Brühe schnell neu geschüttelt werden, damit das so präparierte Wasser gleichmässig durchmischt bleibt.)

Dosierung:

Bei mir hat sich 1 Kapsel auf 1,5 Liter Wasser bewährt  welches ich an 4 bis 5 aufeinanderfolgenden Tagen frisch verabreiche, inklusive halbdosierten Vitamin B Komplex.

Schon oft ist aufgrund des schnellen Stoffwechsels des Vogels, bereits nach 14 Tagen eine deutliche Besserung zu sehen.

Eine Kur von etwa 5 Tagen kann mit einer Pause von 3 Tagen grundsätzlich beliebig oft wiederholt werden.

Als Nebenwirkung bei Vögeln ist höchstens eine leichte laxierende Wirkung möglich, weshalb ich das Präparat nicht bei kleinen Nestlingen verabreiche,

 

Wird  Durchfall beobachtet sollte das Präparat abgesetzt werden.

 

(Bei schwerwiegenden Fällen kann auch eine hochdosierte Gabe von einer Kapsel auf 1 dl an 5 aufeinanderfolgenden Tagen erfolgen, mit jeweils 3 Tagen Unterbruch.)

Bisher trat bei mir kein Durchfall bei den Vögeln auf.

 

Es ist auch zur Vorbeugung ohne Probleme möglich, dass Präparat in der normalen Dosis ab und zu, an ein/ zwei Tagen den Vögeln zu verabreichen.

 

Wichtig: Alle unterstützenden Massnahmen bringen nichts, wenn Fütterungs/Haltungsfehler nicht korrigiert werden.

Diese Seite wird immer wieder aktualisiert. Letzte Aktualisierung 26.01.2019 (Ergänzende Sparten und neue Themen bereits in Arbeit)